Kennt jemand XING? Natürlich kennt das niemand mehr. Und ich weiß auch warum es niemand kennt. XING ist sowas wie LinkedIn, nur Deutsch. Also, XING ist ein deutsches Software Produkt, vor 10 bis 15 Jahren hat man sich da herumgetrieben, wenn man Geschäftskontakte knüpfen oder sein Portfolio präsentieren wollte. Im Jahre 2012 hatte ich mich dort registriert um im beruflichen Umfeld zu networken. 2020 hab ich zugunsten von LinkedIn mein Konto dort wieder geschlossen.
XING war bereits damals mehr oder weniger tot und abgesehen von Recruiter SPAM und Scam war dort nicht mehr viel los.
Dem DI Day folgend dachte ich mir, eigentlich wäre es keine blöde Idee, LinkedIn als US Plattform zu verlassen um wieder zu XING wechseln. Kurz zum DI Day:
Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Überreicher. Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmen Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie wir uns online informieren, wie wir diskutieren, kommunizieren oder handeln. Einen solchen unkontrollierten Einfluss sollte kein Mensch und kein Unternehmen besitzen, weil wir dann nicht mehr in Freiheit leben können.
Also dachte ich mir, LinkedIn ist nur eine eher unwichtige Plattform für mich, und ich könnte XING eine Chance geben.
Kurzum, XING ist KEINE Alternative zu LinkedIn.
1. XING ist tot. Dort ist niemand. Mittlerweile habe ich knapp 30 meiner LinkedIn Kontakte aus dem deutschsprachigen Raum bei XING gesucht: Kein Treffer! Dazu kommt noch ein vollkommen fehlgeleitetes Onboarding und miserable User Experience. UX/UI zum Fürchten.
2. XING ist Premium only. Vielleicht ist dort ja doch jemand, nur herausfinden werde ich es kaum. Der größte Teil der Suche ist hinter dem Premium Abo versteckt. Selbst um ein Hintergrundbild zu setzen bedarf es eines Premium Accounts
3. XING ist verbuggt. Öffne ich die App, wird der erste Reiter „Find Jobs“ angezeigt. Inklusive einer fetten Fehlermeldung: Something went wrong.
4. XING Support ist schweigsam. Unter Hilfe gibt es zuerst eine Fehlermeldung und dann wie heutzutage üblich einen KI Chatbot. Dieser ist dümmer als Siri. Auf Wunsch kann man ein Ticket schreiben für einen möglicherweise echten Menschen. Das gestaltet sich schwierig da, oh noch ein Bug, das Inputfield für den Text von der Bildschirmtastatur verdeckt wird.
XING ist einmal mehr ein grandioses Beispiel deutscher Softwareentwicklung. Eine Applikation, ein Service, einst tonangebend, aufgekauft, kaputtgespart, zurückgelassen und nun sterbend.
Und selbst in dieses Zeiten merkt es dort niemand. Jetzt, wo in Europa generell für europäische Softwarelösungen geworben wird, schaffen es sowohl Eigentümer als auch Management nicht, diesem scheintoten Produkt neues Leben einzuhauchen.
XING ist das Sinnbild einer kaputtgesparten, krankgeschrumpften und an die BigTech ausgelagerten Softwareindustrie Europas.
Man hätte XING sterben lassen sollen bereits vor 10 Jahren!




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