Windows 9x Subsystem for Linux
Hailey Somerville hat WSL nachgebaut – aber für Windows 9x statt NT. WSL9x lädt per VxD-Treiber einen gepatchten Linux-Kernel 6.19, der statt POSIX- einfach Windows-9x-Kernel-APIs aufruft, und kooperativ im 9x-Kernel läuft. DOS-Prompts dienen als TTYs. Völlig nutzlos, technisch beeindruckend.. Die Art Hack, die man bewundert, ohne sie je einsetzen zu wollen.
Server in Gefahr: ActiveMQ-Lücke wird aktiv ausgenutzt
13 Jahre lang unentdeckte RCE-Schwachstelle in Apache ActiveMQ, weltweit über 6.400 offen erreichbare Systeme, Exploits laufen bereits. Aufgespürt wurde die Lücke laut Artikel von Claude – in rund zehn Minuten. Passt gut zur parallel veröffentlichten Meldung im Linux-Magazin. Wer ActiveMQ betreibt: jetzt patchen, nicht später.
Debian wählt neue Projektleiterin Sruthi Chandran
Die indische Debian-Entwicklerin Sruthi Chandran ist neue Debian Project Leader. Die DPL-Wahl ist zwar traditionell mehr Kulturdokument als Machtverteilung, aber sie signalisiert durchaus, wohin sich das Projekt entwickelt – und dass Debian als älteste große Distribution weiterhin funktionierende demokratische Strukturen hat.
Mozilla veröffentlicht Firefox 150
Firefox 150 ist raus. Die in 149 eingeführten geteilten Tabs wurden erweitert: Suchfunktion für offene Tabs, Split-View per Link-Kontextmenü, Umkehren der Tab-Reihenfolge. Zusätzlich Verbesserungen am PDF-Betrachter. Soeren Hentzschel hat wie üblich die ausführliche Liste – empfehlenswerter als jeder Release-Blog von Mozilla selbst.
Nach vier Jahren Schlaf: Neue Version des NTFS-Treibers NTFS-3G
NTFS-3G, der FUSE-Treiber für NTFS-Zugriff aus Linux heraus, ist nach vier Jahren Funkstille wieder in einer neuen Version erschienen. Für die meisten modernen Setups ist mittlerweile der im Kernel integrierte NTFS3-Treiber die erste Wahl, aber NTFS-3G bleibt für viele Distributionen der Standard-Fallback – ein Lebenszeichen ist dajer trotzdem willkommen.
Apple und die KI-Wende: Große Hoffnung, große Lücke
Kommentar zum Apple-Führungswechsel: Mit John Ternus übernimmt ein Hardware-Manager, kein Software-Visionär – das Signal zeigt, dass Apple die KI-Zukunft über die klassische Waffe vertikaler Integration spielen will, nicht über Cloud- oder Modell-Wettrüsten. Dass Apple Intelligence bisher kein ernsthaftes Gegenangebot zu OpenAI, Google und Anthropic liefert, ist ohnehin bekannt.
GNU Coreutils 9.11 beschleunigen gleich mehrere Tools
Neue Version der GNU Coreutils mit Performance-Verbesserungen an mehreren Standardwerkzeugen. Klingt unspektakulär, betrifft aber praktisch jeden Linux-Server weltweit – die Coreutils sind `cp`, `mv`, `cat`, `ls`, `sort` und Konsorten. Kleine Speed-Ups summieren sich in Skripten schnell.
Google bietet zwei neue KI-Agenten für Recherchen an
Google hat Deep Research und Deep Research Max vorgestellt – Recherche-Agenten auf Gemini-3.1-Basis mit MCP-Unterstützung und Visualisierung der Ergebnisse. Dass MCP mittlerweile quer durch die Anbieter Standard wird (Anthropic, OpenAI, jetzt Google), ist für Entwickler die eigentliche Nachricht – weniger die Produktnamen selbst.
Cloud-Souveränität auf dem Prüfstand
Schwarz Digits (der IT-Arm hinter Lidl/Kaufland) hat auf der Hannover Messe einen Standard vorgestellt, mit dem sich Cloud-Souveränität messbar machen soll. Ob sich so ein Standard außerhalb des eigenen Ökosystems durchsetzt oder ob er am Ende hauptsächlich das eigene Angebot als besonders souverän rahmt, muss sich zeigen. „Souveränität“ ist in EU-Debatten gerade ein Gummiwort, klare Kriterien wären jedenfalls willkommen.
Oracle Solaris 11.4 SRU92 released
Solaris lebt!!!!!!! – zumindest scheinbar wieder etwas bewusster als zuletzt. SRU92 bringt Updates für Django, Firefox, Thunderbird, Go und weitere Pakete mit Security-Fokus. Ab jetzt gibt es zwei Critical Patch Updates pro Quartal plus ein Support Repository Update. Für den homelabbenden Teil der Welt Randnotiz, für alle mit Enterprise-Solaris-Inventar aber eine echte Richtungsaussage Oracles.
Großkanzlei fällt auf KI herein
Sullivan & Cromwell – über 1.000 Anwälte, 13 Niederlassungen weltweit – hat es geschafft, sich von einer LLM-Halluzination blamieren zu lassen. Die Anekdoten häufen sich seit Jahren, die Konsequenzen offenbar weniger. Bleibt dabei: wer KI-Output unkontrolliert vor Gericht einreicht, hat entweder sein Handwerk oder die Technologie nicht verstanden. Anwälte halt!




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